QStrom & QGas | von Marius am 19. Mai 2021

Der Netzbetreiber

Was macht eigentlich ein Netzbetreiber und wo liegt der Unterschied zum Energielieferanten? Wir haben die Begriffe für Dich unter die Lupe genommen.

 

Was ist ein Netzbetreiber und welche Aufgaben hat dieser?

Ein Netzbetreiber ist per Gesetz für die Bereitstellung und Instandhaltung des Strom- oder Gasnetzes in seinem zuständigen lokalen oder regionalen Netzgebiet verantwortlich.

Neben der Gewährleistung der Netzstabilität und des sicheren Betriebs der Netze kümmert sich der Netzbetreiber auch um den Aufbau, Ausbau und die Wartung der Strom- und Gasnetze. Hierzu zählen beispielsweise die Herstellung der Strom- und Gasanschlüsse an den jeweiligen Verbrauchsstellen (Haushalten), die Erneuerung der Zähler sowie die Sicherstellung der Ablesung des jeweiligen Zählers. Somit sorgt der Netzbetreiber für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Strom- und Gasnetze.

Der Netzbetreiber

 

Die gesamte Infrastruktur kann dann im Auftrag eines Energielieferanten genutzt werden, um Strom oder Gas durch das jeweilige Netz bis hin zur Wohnung des Kunden zu liefern. Die Energielieferanten sind somit auf die Netzbetreiber angewiesen, um ihre Kunden mit Strom oder Gas beliefern zu können. Aus diesem Grund beanspruchen die Netzbetreiber sogenannte Netzentgelte, um die Aufwendungen für die Instandhaltung und Bereitstellung auszugleichen. Diese Netzentgelte sind bei Dir im Strom- oder Gaspreis enthalten und werden von Deinem Energielieferanten an den zuständigen Netzbetreiber weitergeleitet. Die Höhe des Netzentgelts ist jedoch reguliert und kann nicht individuell gewählt werden, da dieses von dem Netzbetreiber beantragt und von der Bundesnetzagentur genehmigt werden muss.

 

Worin liegt also der Unterschied zum Energielieferanten?

Durch die Liberalisierung im Jahr 1996 wurden staatliche, bzw. unternehmerische Monopole innerhalb der Energiemärkte aufgelöst, wodurch ein freier Wettbewerb unter vielen Energieanbietern ermöglicht wurde. Das hat dazu geführt, dass die Haushalte nun ihren Energielieferanten frei wählen können.

Zeitgleich fand auch ein Unbundling-Prozess statt, welcher für eine Entflechtung zwischen dem Stromnetz, der Stromerzeugung und der Stromverteilung sorgte. Dieser besagt, dass ein Stromlieferant nicht zeitgleich auch ein Netzbetreiber sein kann.

Jeder Haushalt schließt also zwei Verträge für den Bezug von Strom oder Gas ab: Einen Vertrag mit dem Lieferanten und einen mit dem Netzbetreiber. Der Lieferant ist dabei aufgrund des liberalisierten Energiemarktes für jeden Kunden, bzw. Haushalt frei wählbar.

Strommasten

 

Da es für jedes Postleitzahlengebiet jedoch nur einen Strom- bzw. Gasnetzbetreiber (dieser muss nicht derselbe sein) gibt, bist Du als Kunde durch Deinen Wohnort bereits an einen Netzbetreiber gebunden und kannst nicht – wie bei der Auswahl des Energielieferanten – beliebig wechseln. Demnach bleibt der Netzbetreiber auch bei einem Lieferantenwechsel derselbe, da jede Verbrauchsstelle fix an ein bestimmtes Netz angeschlossen ist.

Somit haben Netzbetreiber weiterhin eine natürliche Monopolstellung für ihr zuständiges Netzgebiet. Da die Energielieferanten die Strom- oder Gasnetze der Netzbetreiber benötigen, um ihre Kunden mit Energie zu beliefern, sind sie von den Netzbetreibern abhängig.

Die Q1 Energie AG ist beispielsweise als Energielieferant und somit als Dein Vertragspartner tätig, wenn Du QStrom oder QGas beziehst. Wir kümmern uns um den Einkauf und um die Belieferung Deiner Verbrauchsstelle mit Energie. Dabei nutzen wir die Netzinfrastruktur des jeweilig zuständigen Netzbetreibers, um die korrekte Menge an Strom und Gas zu liefern.

 

Probleme beim Energiebezug?

Da im Energiemarkt also zwischen Lieferant und Netzbetreiber unterschieden wird und sich letzterer um die Gewährleistung der Versorgung innerhalb der Netze kümmert, ist der Netzbetreiber auch bei den meisten Versorgungsstörungen, wie beispielsweise bei einem Stromausfall, der erste Ansprechpartner.

Elektriker bei der Arbeit

 

Der Fehler liegt hierbei im Bereich des Stromnetzes und seiner Netzstabilität, jedoch nicht in der Belieferung der Verbrauchsstelle.

Aus diesem Grund ist es ratsam, den Namen des eigenen Netzbetreibers sowie bestenfalls einen Ansprechpartner zu kennen, da der Energielieferant selbst in den meisten Fällen nicht überprüfen kann, wo das Problem liegt.

 

Wie finde ich meinen Netzbetreiber?

Auskunft zur Deinem Netzbetreiber sollte Dir Dein derzeitiger Lieferant jederzeit geben können. In den meisten Fällen kannst Du den Netzbetreiber sogar auch selbst ermitteln, da sich auf den meisten Strom- bzw. Gasabrechnungen der Lieferanten ein Absatz zum Netzbetreiber befindet. Hier sollte dieser entweder namentlich oder in Form eines 13-stelligen Codes aufgeführt sein. Mit Hilfe dieses Codes kannst Du den Namen Deines Netzbetreibers für Gas hier und für Strom hier heraus finden. Alternativ ist auch eine Suche über die Postleitzahl auf dieser Website.

Marius

Marius studiert Business Management an der Hochschule Osnabrück. Seine übrige Energie investiert er in das Tagesgeschäft unseres Unternehmens. Als Werkstudent unterstützt er den Bereich Erdgas & Strom.