QStrom & QGas | von Timo am 12. November 2019

Blackout: Die Welt ohne Strom II

In unserem letzten Beitrag haben wir Euch über mögliche Auswirkungen und Ursachen eines weltweiten Stromausfalls informiert. In diesem Beitrag möchten wir nun näher auf Lösungswege eingehen und einen kleinen historischen Rückblick auf die fünf größten Stromausfälle weltweit wagen.


Kritische Infrastrukturen

Bevor wir uns aber dem Neuen widmen, halten wir uns doch nochmal kurz die Schlüsselfakten aus dem Bericht vor Augen, der vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag in Kassel (kurz „TAB“ genannt) im November 2010, also vor 9 Jahren, verfasst wurde. „In modernen, arbeitsteiligen und hochtechnisierten Gesellschaften erfolgt die Versorgung der Bevölkerung mit (lebens-)notwendigen Gütern und Dienstleistungen durch ein hochentwickeltes, eng verflochtenes Netzwerk »Kritischer Infrastrukturen«. Dazu zählen u.a. Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Energieversorgung oder das Gesundheitswesen. Diese sind aufgrund ihrer internen Komplexität sowie der großen Abhängigkeit voneinander hochgradig verletzbar.

Kritische Infrastruktur

Terroristische Anschläge, Naturkatastrophen oder besonders schwere Unglücksfälle haben nicht erst im zurückliegenden Jahrzehnt offenkundig gemacht, welche weitreichenden Folgen die Beeinträchtigung oder der Ausfall kritischer Infrastrukturen für das gesellschaftliche System insgesamt haben können. Aufgrund der nahezu vollständigen Durchdringung der Lebens- und Arbeitswelt mit elektrisch betriebenen Geräten würden sich die Folgen eines langandauern- den und großflächigen Stromausfalls zu einer Schadenslage von besonderer Qualität summieren. Betroffen wären alle kritischen Infrastrukturen und ein Kollaps der gesamten Gesellschaft wäre kaum zu verhindern. Trotz dieses Gefahren- und Katastrophenpotenzials ist ein diesbezügliches gesellschaftliches Risikobewusstsein nur in Ansätzen vorhanden.“ Hört sich alles nicht so gut an, ist es leider auch nicht. Vielleicht nicht in einem solchen apokalyptischen Ausmaß, aber zumindest ansatzweise, kam es bereits zu immensen Stromausfällen.

Stromausfalll


Indien

Der bisher größte Stromausfall in der Geschichte der Menschheit wurde beispielsweise am 31.07.2012 in Indien festgestellt. Mehr als 600 Millionen Menschen in Nord- und Ostindien waren hiervon betroffen. Grund war, wie tatsächlich in den meisten Fällen, eine Überlastung des Stromnetzes in 20 von 28 Bundesstaaten Indiens.


Pakistan

Wie es ein riesiger Stromausfall im Januar 2015 in Pakistan beweist, können Stromausfälle aber auch durch absichtliche Fremdeinwirkungen erfolgen. Denn Rebellen versuchten zu dem Zeitpunkt Übertragungsmasten in die Luft zu sprengen. Der Stromausfall sorgte dafür, dass knapp 80 Prozent des Landes zum Stillstand kam und betraf ca. 140 Millionen Menschen sowie etliche Kleiderproduktionen, die den wirtschaftlich größten Industriezweig des Landes ausmachen.

Sprengung


USA

In den USA sorgte dafür der Hurrikan «Sandy» im Oktober 2012 für Chaos und legte die Stromversorgung in 17 US-Staaten so lange lahm, dass sich die Menschen teilweise bis zu zwei Wochen selber behelfen mussten. Kochen, Einkaufen, Heizen, nichts funktionierte mehr und sorgte dafür, dass Zehntausende sich nur noch in Notunterkünften aufwärmen konnten. Hauptursache für die Stromausfälle: Schäden der Infrastruktur durch Überschwemmungen und umgestürzte Bäume.

Überschwemmung


Bangladesch

Bangladesch im November 2014 - Bis Mitternacht herrschte im ganzen Land Blackout. Die Probleme begannen mit einem Defekt an einer Hochspannungsleitung nach Indien und stürzten schließlich ganz Bangladesch in Dunkelheit. Mehrere Versuche, die Panne zu beheben und das Netz wiederaufzubauen, scheiterten, bis es nach 12 Stunden endlich gelang. Hiervon betroffen waren knapp 100 Millionen Menschen für eine Dauer von etwa 12 Stunden. 


Italien

Den fünften Platz belegt ein landesweiter Ausfall der Energieversorgung Italiens im September 2003. Nachts um 03.27 Uhr fiel im ganzen Land der Strom aus und das je nach Landesteil für bis zu 18 Stunden. Verursacht wurde der Blackout durch das Problem einer Leitung. Das reichte aus, um knapp 57 Millionen Menschen im Dunkeln stehen zu lassen.

Stromleitung


Wie können wir vorsorgen?

Konsequenzen, Ursachen und auch „historische Ereignisse" haben wir kennengelernt, aber was können wir tun um ein solches landesweites oder im schlimmsten Fall auch globales Chaos zu vermeiden? Nun, die Historie zeigt, dass in erster Linie ein ausgiebiger Ausbau des Stromnetzes unerlässlich ist. Dies geht auch aus dem Bericht des TAB hervor. Auch eine dezentrale Erzeugung von Energie, beispielsweise über die Anschaffung eines kleinen, über Erdgas betriebenes, Blockheizkraftwerk (kurz „BHKW“) und zur Stromerzeugung dient. Alternativ bietet sich hierfür natürlich auch eine mögliche Photovoltaik-Anlage. Darüber hinaus rät der TAB dem einzelnen Bürger auch noch dazu, dass es nie verkehr sei, wenn gewisse Vorräte an Lebensmitteln und Frischwasser zu lagern (Ganz wichtig: Kerzen nicht vergessen).

Selbstverständlich können wir nicht in die Zukunft schauen, aber von einem gehen wir mit Sicherheit aus: Mit einer Strombelieferung über Q1 werden Sie sicherlich nie im Dunkeln tappen.

 

Timo

Mit seinem enthusiastischen Charakter elektrisiert Timo die Kollegen im Bereich Erdgas & Strom. Er ist ein echter Experte für QStrom & QGas und sorgt somit stets für Licht im Dunkeln und Feuer unterm Herd.